Mathias Bothor

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Mathias Bothor, „Krapanj“

Mathias Bothor

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Mathias Bothor

Bilder verfremden, auf den Kopf stellen, bearbeiten – kann mittlerweile fast jeder, der eine Digitalkamera besitzt; all jene Mätzchen wegzulassen und die Sache selbst in den Mittelpunkt zu rücken, gelingt nur dem, der nicht an der raffiniertesten, kennerhaft um verschiedene Ecken herumgedachten Lösung interessiert ist, sondern an der einfachsten, die bekanntlich die schwerste ist. Damit freilich zielt er mit seinen Bildern nicht auf Pointe, sondern in die Mitte unsres ganz normalen Alltags; er wird sich nicht so sehr auf Filter, Weitwinkelobjektive und möglichst absurde „locations“ verlassen, sondern auf sein bloßes Auge, und wenn er auf den Auslöser drückt, dann nur, weil er gerade etwas sieht, was übers bloß Dokumentarische oder künstlerisch „Wertvolle“ hinausgeht. 
Einer, der auf solch unbarmherzig einfache Weise Weltausschnitt an Weltausschnitt reiht und den Betrachter nötigt, sich deren Vor- bzw. Nachgeschichten selber dazuzudenken, ist Mathias Bothor; in den unaufgeregt mittig präsentierten Objekten seiner Bilder ist immer etwas ziemlich Aufregendes verborgen – Anfang oder Ende einer ganzen Geschichte: Ist dort, wo jetzt nurmehr eine „Einsame Lärche“ steht, gerade die studentische Wandergruppe aus dem „Blair Witch Project“ verschwunden? Beginnt hinterm Lichtvorhang des „Nebelbaumwirrwarrs“ das Reich der Elben? Und wer kommt da eigentlich auf dem unentrinnbar einfachen Bild mit dem Titel „Sie kommen“; ist das, was sich da als Nebel in einer ostdeutschen Abenddämmerungslandschaft zu tarnen versucht, in Wirklichkeit der Widerschein eines riesigen Ufos, das mit all seinen Positionslichtern und Suchscheinwerfern bereits knapp über der oberen Bildkante schwebt und in wenigen Minuten zur Landung ansetzen, uns eine „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ bescheren wird? Ausgerechnet jetzt, ausgerechnet hier – Herzsprung! 
Und so geht es weiter, Bildgeschichte für Bildgeschichte: Wie kommt die Motte in den Kaffeesatz, nach wem hält die Dame mit dem Hütchen so vorsichtig Ausschau, was liest die Libelle da eigentlich so versunken, wieso schmollt der Fisch, was hat den Weg zum Meer so blau wie das Meer selbst gemacht? Wer solche ins Fantastische oder Skurrile abdrehenden Geschichten mit der Kamera zu erzählen vermag, der muss mit beiden Beinen ziemlich fest auf dem Boden seiner Kunst stehen, um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten – und dann entsteht, was ich einmal von der Literatur als „Relevanten Realismus“ gefordert habe. Hut ab! 

- Matthias Politycki, Hamburg

Mathias Bothor, geboren 1962 in Berlin, arbeitet seit 1992 als selbstständiger Fotograf. 
 

AUSSTELLUNGEN

2016Mittelmeer, Hamburg

2014Woanders, Hamburg

2009Bretagne, Hamburg

2008MitOhneMenschen, Berlin/Hamburg

2004Stiftung Demokratie Saarland, Saarbrücken 2008 MitOhneMenschen, Berlin/Hamburg

2003Lauter Leute, Berlin

2001Deutsches Filmmuseum

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„Bachs Blick“ Börne 2004, Silbergelatine, 90 x 62 cm, Auflage 5

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„Christopher Lee“ Berlin 2004, analoger C-Print, 67 x 50 cm, Auflage 5

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„Das Zeichen“ Belzig 2004, Silbergelatine, 97 x 70 cm, Auflage 5

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„Der Angucker“ Mojave Desert 2002, Silbergelatine, 120 x 144 cm, Auflage 5

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„Ehe“ City of Niagara Falls 2001, Silbergelatine, 120 x 160 cm, Auflage 3

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„Einblick“ Los Angeles 2005, Silbergelatine, 67 x 50 cm, Auflage 5

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„Einsame Lärche“ Parchim 2005, Silbergelatine, 123 x 91 cm, Auflage 5

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„Gustavo Dudamel“ Berlin 2006, analoger C-Print, 67 x 50 cm, Auflage 5

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„Holzwege“ Berlin 2006, Silbergelatine, 90 x 60 cm, Auflage 5

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„Idil Üner“ Berlin 2004, Silbergelatine, 67 x 50 cm, Auflage 5

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„Kenzaburo Oe“ Berlin 2006, Silbergelatine, , 67 x 50 cm, Auflage 5

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„Leonard Cohen“ Hamburg 2006, Silbergelatine, 67 x 50 cm, Auflage 5

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„Lesende Libelle“ Livorno 2004, Silbergelatine, 80 x 110 cm, Auflage 5

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„Lichtpause“ Belzig 2005, Silbergelatine, 60 x 90 cm, Auflage 5

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„Meduse“ Bomlo 2003, Silbergelatine, 70 x 97 cm, Auflage 5

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„Nacht“ New York 2001, Silbergelatine, 76 x 80 cm, Auflage 5

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„Nebelbaumwirrwarr“ Werbig 2004, Silbergelatine, 74 x 100 cm, Auflage 5

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„Salman Rushdie“ Berlin 2007,  Silbergelatine, 67 x 50 cm, Auflage 5

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„Schmollfisch“ Berlin 2003,  Silbergelatine, 93 x 127 cm, Auflage 5

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„Turiner Motte“ Berlin 2007, Silbergelatine, 80 x 110 cm, Auflage 5

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„Yakitori Street“ Tokio 2007, Silbergelatine, 91 x 60 cm, Auflage 5

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